Vorstellung

Chronik des Singkreises St. Georg Otterfing

Der Singkreis beging 2005 sein 140-jähriges Bestehen.

Vor einigen Jahren wurde von unserem Mitglied Norbert Maldener nach den Anfängen eines Kirchenchores in Otterfing geforscht, und dies nicht nur im Pfarrarchiv, sondern auch im Bayerischen Staatsarchiv in München. Erstmals in der Rechnung der Pfarrei Otterfing für 1864/65 werden Ausgaben für den „Lehrer, Chorregent, Messner“ ausgewiesen. Dies setzt sich in den folgenden Jahren fort. Obwohl als sicher angenommen werden kann, dass schon vorher Kirchenmusik bei uns erklang, wird seither dieses Jahr als Gründungsjahr angesehen.

Über die aufgeführten Werke und die Zusammensetzung in den ersten Jahrzehnten des Chores fehlen Unterlagen. Die Namen der Chorleiter seit damals sind bekannt. Es waren bis 1934 ausnahmslos Lehrer, die in der Regel auch als Organisten tätig waren.
1934 übernahm der Landwirt Andreas Hellwasser die Leitung des Chores (in Zusammenarbeit mit Oberlehrer Hager).
Nach einer kirchenmusikalischen Ausbildung übernahm 1959 Andreas Stockmeier die Leitung des Chores, welche er bis zu seiner Wahl zum Otterfinger Bürgermeister 1984 beibehielt. Unter Stockmeier wurden viele Messen einstudiert, die auch heute noch zum Standardrepertoire des Singkreises gehören (u.a. von Eberlin, Mozart, Haydn, Kempter). Auch verschiedene Kirchenkonzerte fanden in dieser Zeit statt. Der Chor hatte ein anerkanntes Niveau erreicht. Lange Zeit begleitete der Hauptlehrer und Organist Franz Kynast den Chor.

Nach zwei Jahren mit Harry Diewald übernahm Roland Müller aus Mitterdarching 1986 den Chor. Auf Wunsch der Sängerinnen und Sänger sollten auch weltliche Chorwerke einstudiert werden. Dies gab den Anstoß dazu, dass der Chor dem Bayerischen Sängerbund beitrat, sich in „Singkreis St. Georg“ umbenannte und seither nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern auch bei Konzerten des Sängerbundes im Landkreis und gelegentlich darüber hinaus mitwirkt. Dazu wurden auch immer wieder Lieder in den Originalsprachen einstudiert. Derartige Konzerte fanden auch schon in Otterfing (Mehrzweckhalle) statt. Unter Roland Müller wurde auch bei Hochzeiten, Trauerfeiern, der Einweihung des Feuerwehrhauses oder auf dem Otterfinger Christkindlmarkt gesungen. Ausflüge gehörten wie schon zu Andreas Stockmeiers Zeiten auch unter der Ägide von Roland Müller zum Chorleben, u.a. nach St. Pölten in Österreich, nach Straßburg oder zum Bayerischen Sängertag in Passau.

Wegen des Wechsels der Arbeitsstelle und des Wohnortes verließ uns Roland Müller 2004 und wir mussten einen neuen Chorleiter suchen. Während eines Gesprächs von Christl Zick mit Kevin Konners kam dies zur Sprache und Konners (ein in Otterfing wohnender amerikanischer Tenor an der Bayerischen Staatsoper in München) sagte spontan zu, uns bis zur erfolgreichen Suche für ein paar Monate zu leiten. Höhepunkt dieses kurzen Interregnums war das Konzert am 2.1.2005 in der Kirche (zusammen mit dem Kirchenchor Steingau unter Andreas Stockmeier), bei dem u.a. das Hallelujah aus dem Messias von Georg Friedrich Händel erklang. Dies verleitete Herrn Pfarrer Lindermeier zu der Aussage: „So was Schönes hat unsere Kirche in den 500 Jahren ihres Bestehens noch nicht gehört!“.

Nach dem Wegzug von Kevin Konners und seiner Frau Rebecca Pasqua nach Spanien standen wir nun wieder ohne Chorleiter da. Aber nach vereinten Anstrengungen und der Auswahl unter drei Kandidaten war die Suche erfolgreich: Wir konnten in Zusammenarbeit mit Herrn Pfarrer Lindermeier einen jungen Musikstudenten von der Musikhochschule München engagieren, Michael Merl. Er leitete uns von Anfang 2005 bis Ende Juni 2008 und war bestrebt, den Chor musikalisch weiter voranzubringen. Wir konnten in dieser Zeit auch neue Sängerinnen und Sänger gewinnen.

Nach der Verabschiedung von Michael Merl im Sommer 2008 gestaltete sich die Suche nach einem neuen Chorleiter schwierig. Viele Gespräche wurden geführt, Hoffnung keimte auf und wurde wieder enttäuscht. Dankenswerterweise leitete Joseph Brunnhuber in der verwaisten Zeit unsere Proben und die Sängerinnen und Sänger ließen sich nicht entmutigen. Schließlich waren unsere Bemühungen aber doch erfolgreich und wir freuen uns, dass wir seit Dezember 2009 mit Peter Broeren wieder einen festen und sehr engagierten Chorleiter haben.

 

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